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Geistliches Wort

Juli/August 2021

Neige, HERR, dein Ohr und höre! Öffne, HERR, deine Augen und sieh her!

2. Buch der Könige 19,16

Das ist der gewaltige Seufzer eines jüdischen Königs mit Namen Hiskia. Er hat einen Drohbrief erhalten vom assyrischen König, der die Stadt Jerusalem erobern und zerstören will. Hiskia trifft verschiedene kluge Vorkehrungen zum Schutz der Stadt. Und trotzdem – seine Angst um sich und um sein Volk ist groß.

So geht er mit dem Drohbrief in den Tempel und breitet ihn dort vor Gott aus. Er wendet sich an den Gott seiner Väter, den Gott Israels: „Höre, HERR, sieh her.“

Ein wunderschönes Bild für das, was Gebet – auch – ist: Ich breite das, was mich bewegt, vor Gott aus: Alles das, was mich ängstigt und mit Sorge erfüllt, was mich traurig oder unzufrieden macht. Ich lege meine Angelegenheit sozusagen zur weiteren Bearbeitung auf Gottes Schreibtisch.

Das ist viel mehr als einen Wunsch an das Universum zu schicken oder mein Schicksal so ganz im Allgemeinen zu beklagen.

Gott ist mein Adressat. Auch, wenn ich ihn gerade nicht spüre. Ich wende mich an den Gott, mit dem mich eine Geschichte verbindet, dem ich mein Leben verdanke: Das Gute, das Glück, den Erfolg – und an den ich mich wenden kann in der Not.

Und Hiskia macht die Erfahrung, dass er von Gott gesehen und gehört wird, dass er Hilfe erfährt.

 Gott ist nur ein Gebet weit entfernt. Nicht immer antwortet Gott so, wie ich es mir wünsche. Manchmal scheint es, als sei er abwesend. Auch diese Erfahrung gehört zu unserem Leben und zu unserem Glauben.

Der Ruf nach Gott bleibt uns dann: „Höre, HERR, sieh her!“ Und die Hoffnung, die mitschwingt in diesem Ruf, dass Gott sich uns bald zeigt und unsere Not beendet. Und wir wieder aufatmen können.

Das Vertrauen, dass Gott ein Gott ist, der mich sieht und der mich hört, das kann mich stark machen, auch in schwierigen Zeiten an Gott festzuhalten und zuversichtlich meinen Weg zu gehen.

Einen Sommer mit ermutigenden Begegnungen, mit Zeit zum Aufatmen und Beten, mit Tagen voller Dankbarkeit und Zuversicht wünscht Ihnen  

Prädikantin Edelgard Jenner